Z’Basel an mym Rhy – dr scheeni Dialäggt us dr Nordweschtschwyz

Sprache ist individuell. Niemand spricht genau gleich und jeder benutzt seine eigenen Begriffe. Das geht sogar so weit, dass sich die Sprache von einer Gruppe von Menschen von der Sprache einer anderen Gruppe von Menschen unterscheidet.

In diesem Blogbeitrag wird es um die Unterschiede der Sprache in den verschiedenen Kantonen gehen, genauer gesagt um die Unterschiede zwischen dem Baseldeutschen und der Sprache, die man im Aargau spricht. Da ich Baseldeutsch spreche, spreche ich in diesem Beitrag von mir oder uns, als Basler oder Baseldeutschsprechende.

Das Baseldeutsche liegt näher am Deutschen, als alle anderen Dialekte. Wir betonen die Worte und einzelne Laute, wie die Deutschen, wie zum Beispiel das «k», dass die meisten Schweizer wie ein «kch» aussprechen. Hier musste mir tatsächlich Google helfen, weitere Unterschiede zu finden, weil mir fällt das eigentlich gar nicht wirklich auf. Als ich aber die Punkte gelesen habe, kamen mir manche Dinge bekannt vor, andere verstand ich widerum nicht (liegt wahrscheinlich an den Fachbegriffen):

  • Eine Vokaldehnung in offener Silbe, das bedeutet vor einfachen Mitlauten.
  • Eine Verkürzung von historischem Langvokal vor Fortis Mitlaut unter Beibehaltung von dessen geschlossener Anordnung. Beispiele dafür sind Lyt, dytsch, bysse und schlyffe (was auf Hochdeutsch so viel heisst wie: Leute, deutsch, beissen und schleifen).
  • Eine Entrundung von mittelhochdeutsch: Beispiele sind Basel: scheen und Zürich: schöön (schön). Daher wird es auch Baaseldytsch genannt, im Unterschied zum modernen Baaseldütsch.
  • Ein langes /u/: wird zusammengefasst artikuliert
  • Ein unverschobenes bemühtes KH (Beispiel Chind). Diese sind verbreiteter als in anderen Dialekten.
  • Eine Lenisierung: Verschlusslaute im Wortanlaut werden meist lenisiert. Beispiele dafür sind „Dyybli“ (Täubchen). Also ein stimmloses kurzes d.
  • Ein /r/ wird in den meisten Stellungen nicht als „Zäpfchen-r“, sondern als „ch“ ausgesprochen
  • Aus dem Suffix -lich wird ein -lig realisiert
  • Das Suffix der Zahlwörter von 20 bis 90. Es wird wie eine Schriftsprache realisiert. Beispiele dafür sind drissig und fuffzig.

Quelle: https://www.schweizerdeutsch-lernen.ch/blog/baseldeutsch-baseldytsch-dialekt/

Diese Punkte beziehen sich nur auf das heute gesprochene Stadt-Baseldeutsch, denn man spricht in der Stadt anders, als auf dem Land. So hört sich das Baselbieter-Baseldeutsch (Liestal, etc.) eher wie eine Art Aargauergemisch an, als wie das ursprüngliche Baseldeutsch. Auch in Teilen des Aargaus, wie zum Beispiel Rheinfelden wird eine Art Baseldeutsch gesprochen.

Mein ganzes Leben lang wurde ich jeden Tag darauf angesprochen, woher ich denn komme, da ich doch so komisch rede, denn anscheinend ist es gar nicht so einfach den Kanton am Dialekt zu erkennen, wie ich immer gemeint habe. So wurde ich schon für jemand aus St Gallen oder dem Thurgau gehalten und ich dachte ernsthaft, dass die Person mich auf den Arm nehmen wollte (wollte sie nicht). Doch nach so einer langen Zeit, ist es beinahe Alltag auf meinen Dialekt angesprochen zu werden und auch, dass man den Dialekt nachäfft. Das mit dem Nachäffen ist immer ziemlich lächerlich, weil niemand findet es lustig gesagt zu bekommen, wie man selbst einzelne Sachen sagt; «Oh, wie amüsant, dass du dieses Wort, dass ich gerade gesagt habe, nachäffst, weil du meine Aussprache so lustig findest und es ist auch gar nicht peinlich, dass du es komplett falsch ausgesprochen hast.» Ich weiss genau wovon ich rede, denn das passiert mir jeden Tag mindestens zwei Mal.

Lustig wird es immer, wenn man Wörter braucht, von denen die Anderen noch nie gehört haben, denn es gibt Begriffe, die Nicht-Baseldeutsch-Sprechende beim besten Willen nicht verstehen, darum hier ein kleiner Baseldeutsch-Crashkurs:

Buschi – Baby

Gugge – Tüte

Glugger – Murmel

Ditti – Puppe

Schwööbli – ein besonderes Brötchen in der Form eines Hinterteils

Saggladdärne – Taschenlampe

Ginggernillis – Krims-Krams/Kitsch

Schugger – Polizist

Haafekääs – Blödsinn

Gäggsnaase – eingebildetes, vorlautes, junges Fräulein (kann auch männlich sein)

Fangyyse – Ehering

Gellerettli – Uhr (abgeleitet von franz. «Quelle heure est-il?»)

Drottwaaramsle – Prostituierte

Viele Leute wundern sich, warum ich mich beim Sprechen nicht einfach an den Aargau anpasse und meine Antwort ist ganz einfach: Weil ich nicht will. Meine Sprache ist etwas, das mich auszeichnet, eine Identität, wieso also soll ich so etwas einfach ablegen?

So beende ich meinen Blogbeitrag, wie ich ihn begonnen habe, mit der Sprache als etwas individuellem, etwas, das für jeden etwas anderes bedeutet, mit der Sprache als Identität.

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